Einfach aber wirkungsvoll – das eindrucksvollste Bild von Maria von Jever im Schlossmuseum

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Das Bild kennt jeder, der in Jever und im Schlossmuseum war. Es zeigt Maria von Jever, die von 1500 bis 1575 lebte. Im Schloss gibt es aber nicht nur dieses eine Bild von ihr. Wir haben zwei weitere Abbildungen von ihr in Metall gefunden. Die eine auf dem Pokal, den die Bürgerschaft der Stadt Jever ihr schenkte und die andere auf einem Pokal für ein Schützenfest – aber der ist fast 200 Jahre nach Marias Zeit entstanden. Daneben gibt es noch einen Kupferstich, der Maria mit Perlenhaube und Federhut zeigt. Den hat sich der Künstler Soennekes, ebenfalls 200 Jahre nach Marias Tod, als Vorlage für ein wertvoll glänzendes Bild von Maria genommen – alles daran, selbst das Gesicht, wirkt wie ein teures Schmuckstück.

Ganz anders ist das Bild, das ein unbekannter Künstler zu ihren Lebzeiten von ihr malte. Wir haben uns das auf den ersten Blick so schlichte Bild genauer angesehen und haben dabei entdeckt:

Nach genauer Überprüfung mit der Lupe, sind wir alle davon überzeugt, dass die Häuptlingstochter und Regentin von Jever – den Maria war weder adelig noch war sie eine Prinzessin – nicht nur einen Ring an ihrer rechten Hand trägt. Wir haben uns gefragt, was es damit auf sich haben kann. Vielleicht sind es die zwei Ringe, die Boynck von Oldersum, Marias langjähriger Berater und Verlobter, ihr in seinem Testament vermachte. Wenn es stimmt, dass das Bild von 1542 ist, dann war er zwei Jahre zuvor, kurz vor der geplanten Heirat, gestorben. Schwarz und Weiß, wurden als unbunte Farben häufig getragen, um den Verlust eines nahestehenden Menschen anzuzeigen. Allerdings hat Maria keinen Witwenschleier oder ein weißes Witwenbrusttuch. Statt dessen trägt sie einen weißen, sorgsam am Hinterkopf umgefalteten Sturtz. Das war eine Kopfbedeckung, die aus einer enganliegenden Unterhaube und einem in weiten Falten darüber drapiertem Kopftuch bestand. Getragen wurde er von ehrbaren (Ehe-)Frauen der Oberschicht – als solche sah sich Maria zu Recht … demnächst mehr von uns dazu.