Einmal Prinzessin – Ich hab das Sagen!

Die Spielzeugsammlung des Schlossmuseums spannt den Bogen von Spielen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts bis in neuere Zeit.

Mit Spiel und Spaß sind wir im Schloss unterwegs. Wir begegnen Bildern von Mädchen und Frauen. Suchen nach Spielen, die sie zu ihrer Zeit spielten und nehmen ihre Porträts genau unter die Lupe. Dabei geht es uns darum herauszufinden, was sie alles durften, an welche Regeln sie sich zu halten hatten und welche Rollen sie spielen sollten – Häuptlingstochter, Landesherrin, Prinzessin, Zarin oder doch lieber etwas ganz anderes, wie z.B. Künstlerin.

Eisenbahnen, Puppen, Teddybären und vieles mehr: In der Spielzeugsammlung des Museums lässt sich herausfinden, welche liebgewonnenen Spielkameraden die Zeit scheinbar unbeschadet überdauerten, während andere Spiele sich dagegen fast vollständig verändert haben. Die Spieleentwicklerin Christiane Hütter aus Berlin zeigt uns, was Spielgestaltung ausmacht und wie man eigene Ideen zu einem Spiel weiter entwickelt.

Darüber hinaus stellen wir uns die Frage, wer in vergangener Zeit die Spielregeln festlegte und ob man die Regeln und die zugewiesene Rolle so einfach verändern durfte? Natürlich wollen wir auch auch eigene Spiele erfinden, mit Regeln, die wir setzen und die wir spannend finden. Wie könnte ein Spiel aussehen, bei dem alle mit dabei sein können, wenn sie wollen?

Ende 2017 bis Ende 2018 – Starke Frauen und mutige Mädchen machen weiter mit BLICKKONTAKT

Als Schlossexpertinnen sind wir die, die andere zu uns ins Museum holen, und gemeinsam mit ihnen neue Entdeckungen machen – auch, aber nicht nur zu den wichtigen Frauen des Jeverlandes….

Bewährtes nutzen – Neues initiieren

April/Mai 2017 – Ein Popup-Schloss zum Auffalten in 3D und unser Film (Erstellung Museumsporträt gruppenübergreifend )

Wir treffen uns weiter, um unseren Museumsfilm gemeinsam mit dem Filmemachen Jürgen Eden zu machen. Wir machen Fotos für die Projektdokumentation und wir kommen zusammen, um die Idee unseres Pop-Upbuches weiter voran zu treiben. Aber vor allem ugz, weil die wöchentlichen Treffen mit unseren Freundinnen im Schloss für uns inzwischen fest zu unserer Woche mit dazu gehören. Wir besuchen die Mädchen aus den anderen Gruppen, um von ihnen etwas über ihre Schwerpunkte zu erfahren und laden sie im Gegenzug zu unseren Terminen ein.

Film und Form: filmische Einladung zum Schlossbesuch und das Museum zum Aufklappen

April 2017 – Unser Projekt von uns für alle (öffentliche Abschlusspräsentation und Projektausstellung)

Wir laden unsere Familien, Freunde und Mitschüler zur großen Präsentationsparty ein – sogar einige Lehrerinnen und Lehrer sind mitgekommen. Die Mädchen der Kettegruppe haben aus unserem Kartenspiel, den Modeentwürfen der anderen Gruppe und ihren Emailorden eine Ausstellung konzipiert – dazu Informationstafel über Maria von Jever, Katharina die Große und Therese von der Vring. Die Museumsleiterin Frau Prof. Dr. Sander überreicht jedem von uns die Expertinnen-Verdienstorden. Dann wird es ernst: wir führen, in kleinen Gruppen, da so viele gekommen sind, durch unser Schloss. Im Angebot haben wir gemeinsam mit den anderen zwei Gruppen auch kleine Aktivangebote zum Spielen, Nähen und Ketten gestalten.

ein krönender Abschluss: die Projektpräsentationsparty

März 2017 –  Von ‘ORDEN’tentlichen Schlossexpertinnen (Erstellung  personalisierter Museumspass)

Gemeinsam überlegen wir, was wir anderen über das Schloss und die wichtigen Frauen, die darin lebten mitgeben wollen. Zu unseren Treffen laden wir, wann immer möglich, Freundinnen, Familie und Bekannte ein, denen wir vorab zeigen und erzählen, was wir im Schloss alles erlebt und gesehen haben. Zur Abschlusspräsentation planen wir Aktivstationen mit unseren Spielen und Schlossführungen. Gruppenverbindendes: selbstgestaltete Orden aus Stoff – da wir zu diesem Anlass von der Museumsleiterin Frau Sander unseren eigene Schlossexpertinnen-Verdiensturkunde verliehen bekommen sollen, die auch unser personalisierter Museumpass ist, ‘filzen’ wir uns, wie die anderen Mädchengruppen auch, den eigenen Verdienstsorden.

Einer für alle – jeder der ihre: unsere selbstgestalteten ‘Verdienst-Orden’

Januar/Februar 2017 – ‘Hut ab’-Salon für Crossover Prinzessinen (museale und mediale Workshops)

Am Zeugnisferientag treffen wir uns mit den anderen beiden Gruppen, Freundinnen, Eltern und den Ehrenamtlichen zu einem Crossover, bei dem sich alles um Prinzessinnensein dreht. Mit dabei die Figur der ‘Maria von Jever’, die erklärt, wie man den Fächer zu halten hatte, wie getanzt, getafelt, gefeiert wurde. Ganz anders beim abendlichen Schlosssalon des Frauenortes-Teams, zu dem wir als ‘Expertinnen für Frauensachen’ eingeladen wurden. Hier präsentieren wir unser Wissen über historische Kopfbedeckungen gemeinsam mit den Mädchen aus den anderen Gruppen.

Zwischen Fantasieren, Forschen und Forschung präsentieren

Januar 2017 – Zuhause im Schloss (museale und mediale Workshops)

Nach den Weihnachtsferien kehren wir zu unseren Lieblingsstücken in der Schlosssammlung zurück. Die vielen verschiedenen Bilder haben es uns angetan. Wie und auch was man malte, das hat sich im Laufe der Zeit ganz schön verändert. Wir fragen uns wie wir uns entscheiden würden, wenn wir Künstlerin wären: Licht durchflutete Landschaften, Blumen und Früchte oder doch lieber das Bild eines Menschen? Einig sind wir uns dagegen bei den Marionetten gleich nebem dem Papiertheater in der Spielzeugsammlung. Wir  mit seinen beweglichen Figuren alle ganz wunderbar finden. Jetzt gilt es selbst herauszufinden, wie der Mechanismus funktioniert, damit wir die Strippenzieherinnen sind.

Wiederbegegnen, erinnern und eigenes Neues ausprobieren

 

Dezember 2016 – spielerisch Kennerschaft vorführen (Führung Peer Teamer )
Ein Testdurchlauf für unser Kartenspiel. Zur Schlossbesichtigung und zum Spielen sind Freunde, Familie aber auch die Presse eingeladen. Zum Jahresabschluss geht es mit den Steckenpferden zum Reittunier in der Schlosspark – es muss ja nicht immer Prinzessin sein!

Einladung an Freunde und Familie zur spielerischen Schlossbesichtigung

November/ Dezember 2016 –  Weiterspielen und Ausprobieren (mediale Workshops)
Unser Kartenspiel entwickelt sich zu einem multilingualen Kartenspiel weiter. Die vier historischen Frauengestalten, die wir ausgewählt haben, bekommen jetzt die passende Kleidung und die Attribute, die sie historisch auszeichneten, auf Karten gemalt. Ihre Bezeichnung schreiben wir auf Afghanisch, Russisch und Deutsch dazu. Maria von Jever (16. Jahrhundert), Katharina die Große (18. Jahrhundert), Cäcilie von Schweden (19. Jahrhundert) und Therese von der Vring (20. Jahrhundert) – jede von ihnen ist für uns inzwischen längst unverwechselbar.

 Historisch richtig und witzig gemacht: unser multilinguales Kartenspiel

November 2016 – Spiele und Regeln (mediale Workshops)
Mit Streetgamerin Christiane Hüttner sind wir spielend im Schloss unterwegs. Sie testet unser Kartenspiel und gibt uns Tipps. Wir probieren ihr neu entwickeltes Geschicklichkeitsspiel aus. Am zweiten Tag kommen die Mädchen von der Modegruppe mit hinzu und wir entwickeln gemeinsam ein Spiel: die vielen Truhen im Schloss müssen mit Magie geöffnet werden. Sie sind verwunschene Tore, die in andere, ferne Welten führen!

Expertenwissen: Spielverhalten und Spiele verwalten

Oktober/November 2016 – Forschen und Entwickeln (museale Workshops)
Wir entwickeln Idee und Zeichnungen zu einem Kartenspiel rund um vier Frauengestalten, die Bezug zu Jever und zu der Sammlung im Schloss haben – darunter nicht nur Prinzessinnen.

Historisches Wissen spielerisch erfahrbar gemacht

Oktober 2016 – Suchen, Sammeln und Sortieren (Kickoff )
Auf geht die Suche mit Kunsthistorikerin Anja Marrack nach den Frauen, die in und um Jever eine Rolle spielten – ganz besonders natürlich  nach jenen, von denen es im Schloss noch Bilder oder Objekte gibt, die ihnen gehörten oder sie zeigen. Neben den vielen Bildern von Maria von Jever entdecken wir  ein Blumenbild von der Malerin Therese von der Vring und natürlich Bildnisse der russischen Zarin Katharina, die das Schloss in ihrer Jugend besuchte.

Prinzessinhafte Spurensuche in der Sammlung des Schlossmuseums

September/Oktober 2016 – Begegnen, Orientieren und Ausprobieren (Outreach)
Das Projekt stellt sich uns vor. In unseren Schulen, bei den Integrationslotsen Jever aber vor allem in der Aktionswoche im Schloss, die jeden Tag Neues bietet, lernen wir das Schlossmuseum und die Projektmitarbeiterinnen kennen.

Entdeckungen im Museum, mit den Mitarbeiterinnen und auf eigene Faust.

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