In historischem Gewand – Fashion victim und Modemuffel im Schloss

Das Sammlungsgebiet Kleidung und Mode wird im Museum mit ausgewählten Einzelstücken aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert vorgestellt.  

Gehen oder stehen? Kleidung bestimmt Bewegung und Beweglichkeit. Uns geht es darum, herauszufinden, wie und warum sich Frauenmode und Frauenbild im Laufe der Zeit verändert haben. Dabei sind wir mit Nadel und Faden, Stich für Stich, den Kostümierungen und Verkleidungen der Gesellschaft auf der Spur.

Gemeinsam mit den Schneiderinnen und ehrenamtlichen Schlossnäherinnen Gabi Wichmann, Käthe Schüdzig, Anna Niendiek, Barbara Hayn und Karin Dörjes erkunden wir den Kleidungsbestand des Museums. Zwischen Taufkleidern aus Seide, indischen Baumwollkleidern mit ihren typischen Blumenmustern und geklöppelten Spitzenbesätzen stellt sich nicht allein die Frage nach Stoff, Schnitt oder Muster, sondern ganz grundlegend die nach Mode und Maskerade.

Weshalb zum Beispiel trug Frau ab Mitte des 18. Jahrhunderts die eng taillierte Jacke, Caraco genannt, die bis dato ein Kleidungsstück der Arbeiterklasse war, völlig unpraktisch über langen, eleganten Röcken? Für viele Kleider gab es tatsächlich genaue Regeln und Festlegungen, wer sie tragen konnte und durfte.

Bei den Outfits, die wir uns ausdenken, um die Frauenmode zu präsentieren, in der sich unsere historischen Heldinnen aus dem Jeverland darstellen ließen, spiegeln sich ganz klar unsere Vorlieben. Dennoch steht für uns fest, dass ein Kleidungsstück zunächst einmal zu uns und unserem Leben passen muss und nicht umgekehrt.

Mai 2017 – Was bleibt? Wir sind weiter mit dabei (Verstetigung als Schlossexpertinnen)

Passend zum Schloss und seinen Frauengeschichten haben wir unsere Kleidung entworfen und umgesetzt – dabei waren es Schleier und lange Röcke, die schnell zur Seite gelegt haben. Beweglichkeit sollte einfach durch Kleidung nicht eingeschränkt werden. Dazu gibt es viele Hinweise in den Sammlungsbeständen des Schlosses – als Schlossexpertinnen werden wir anderen davon erzählen, ihnen unsere Materialkenntnis weitergeben und sie für unser Schloss und die Frauen des Schlosses begeistern.

Was bleibt? – WIR sind weiter mit dabei!

April/Mai 2017 – Unser Museumporträt ist ein Popupbuch über das Schloss (Erstellung Museumsporträt gruppenübergreifend)

Wir treffen uns weiter mit den Mädchen der anderen Gruppen, um unseren Film, die Fotos für die Dokumentation und unser Pop-Upbuch weiter voran zu treiben. Aber vor allem auch, weil die wöchentlichen Treffen mit unseren Freundinnen im Schloss für uns fest dazu gehören.

Ein Schloss zum Anfassen – Ideen in 3D

April 2017 – Unser Projekt von uns für alle (öffentliche Abschlusspräsentation und Projektausstellung)

Wir laden gemeinsam mit den Schlossnäherinnen unsere Familien, Freunde und Mitschüler zur großen Präsentationsparty ein – sogar einige Lehrerinnen und Lehrer sind mitgekommen. Die Museumsleiterin Frau Prof. Dr. Sander überreicht jedem von uns die Expertinnen-Verdienstorden. Dann wird es ernst: wir präsentieren unsere selbst entworfenen und genähten Kleidungsstücke echten Kostümexpertinnen. Dann führen wir kleine Gruppen, da so viele gekommen sind, durch unser Schloss. Im Angebot haben wir gemeinsam mit den anderen zwei Gruppen auch kleine Aktivangebote zum Spielen, Nähen und Ketten gestalten – die Projektausstellung mit unseren Ergebnissen zur Frauenkleidung am Beispiel von Marias Haube nicht zu vergessen!

ein krönender Abschluss: die Projektpräsentationsparty

März 2017 – Von ‘ORDEN’tentlichen Schlossexpertinnen (Erstellung  personalisierter Museumspass)

Gemeinsam überlegen wir, was wir anderen über das Schloss und die wichtigen Frauen, die darin lebten mitgeben wollen. Zu unseren Treffen laden wir, wann immer möglich, Freundinnen, Familie und Bekannte ein, denen wir vorab zeigen und erzählen, was wir im Schloss alles erlebt und gesehen haben. Zur Abschlusspräsentation planen wir Aktivstationen mit unseren Spielen und Schlossführungen. Gruppenverbindendes: selbstgestaltete Orden aus Stoff – da wir zu diesem Anlass von der Museumsleiterin Frau Sander unseren eigene Schlossexpertinnen-Verdiensturkunde verliehen bekommen sollen, die auch unser personalisierter Museumpass ist, ‘filzen’ wir uns, wie die anderen Mädchengruppen auch, den eigenen Verdienstsorden.

Einer für alle – jeder der ihre: unsere selbstgestalteten ‘Verdienst-Orden’

 

Februar/März 2017 – (Erstellung Museumsporträt der Gruppe)

Unsere Kostüme sind unsere Antwort auf die Frauenmode und die Frauengeschichten im Schloss. Gemeinsam überlegen wir, was wir anderen über das Schloss und die wichtigen Frauen, die darin lebten mitgeben wollen – aber vor allem auch wie wir unsere selbstgenähten Kleidungsstücke vorführen: am besten gemeinsam mit zwei Damen, die sich gerne in barocken Kostümen zeigen – wir laden Dorothea Eggers und Kerstin Gersic ein, dazu die Visagistin/Stylistin Maren, die sich mit historischen Schmincktricks und Frisuren auskennt.

Auswählen, probieren und optimieren

Januar/Februar 2017 – Hut ab – beim Hut ab Salon (Wissensvermittlung für Bekannte & Interessierte)

Das Frauenortteam hat zum Hut ab -Salon eingeladen – wir sind mit dabei. Von uns kommt ein Catwalk der anderen Art: In Bild und Kostüm präsentieren wir den geladenen Gästen unser Wissen über historische Kopfbedeckungen gemeinsam mit den anderen Mädchen.

Forschen und Vorführen

Januar 2017 – Wir sind wieder hier (museale und mediale Workshops)

Nach den Weihnachtsferien kehren wir zu unseren Lieblingsstücken in der Schlosssammlung zurück. Kleidung und Stoffe schauen wir uns inzwischen sehr genau an – auch auf den Bildern, die es im Schloss zu entdecken gibt. Schnell gehen wir, mit Unterstützung ‘unserer Schlossnäherinnen’ an unsere eigenen Kleidungsentwürfe zurück -sie sollen im April zum Abschluss des Projektes öffentlich präsentiert werden!

Gut geschult: mit Blick für das Detail

Dezember 2016 – Kennerschaft vorführen & Wissen weitergeben (Führung Peer Teamer)
Wir kennen das Schloss inzwischen wie unsere eigene Hosentasche! Mit dem Tag der offenen Tür beginnen wir mit unseren Einladungen an Familie, Freunde und Interessierte zu einem Besuch im Schlossmuseum. Wer will kann sich von uns durch das Schlossmuseum führen lassen, kann sich die ausgestellten ‘Kleiderskizzen’ erklären lassen und erfährt natürlich auch einiges über die Frauen, die hier im Schloss über die Jahrhunderte lebten.

Besichtigung des Schlossmuseums mit Familie und Freunden

November/Dezember 2016 – Forschen, Formen und Gestalten (mediale Workshops)
Wir gehen nicht nur der Frage nach, welche Frau aus Jever was getragen hat, sondern wir probieren auch erste, eigene Stoffmuster und kleine Kleiderentwürfe aus: Kleidung die alles andere als von der Stange ist. Ausmessen, Notieren, Ausschneiden und Kostümieren, sind unsere nächsten Schritte, mit denen wir uns Stück für Stück mit Blick in die Kostümgeschichte zurück einem Unikat nach unserem Geschmack annähern.

Kleiderskizzen: Alles Handmade vom Muster bis zum Schnitt

Oktober/November 2016 – Suchen, Sammeln und Sortieren (museale Workshops)
Spitze, Samt, Seide oder Brokat: Mit Fotoapparat und schwarzem Rahmen sind wir im Museums als Stoff- und Musterdetektivinnen unterwegs. Wir suchen nach Kleidungsstücken, die es heute nicht mehr gibt, die in früheren Epochen aber ein absolutes Muss der Frauenkleidung waren, wie z.B. der elegante Stecker und die vielen mit Spitzen besetzten Hauben. Anne Niendiek, die noch Spitzenklöppeln kann, lädt uns zu einer Runde ‘testklöppeln’ ein. Es macht Spaß und es sieht sogar ziemlich gut aus, aber es braucht einen ganzen Nachmittag bis wir wenige Zentimeter Spitzenborte fertig haben.

Auf Suche nach dem Stoff, aus dem standesgemäße Frauenkleidung war.

Oktober 2016 – Forschen und Verstehen (Kickoff)
Das macht uns die große Auswahl unterschiedlichster Kleidungsstücke im Schloss klar, die uns Frau Dr. Maren Siems bei einem Gang durch das Museum vorstellt: Kleider verweisen auf die Rolle, die eine Person in ihrer Zeit inne hatte. Allerdings, eine Stunde zum Anziehen, nur um sich anschließend nicht mehr bücken zu können? Da verliert so manches Kleid aus dem 18. und 19. Jahrhundert, das wir vorher noch bewundert haben, seinen Reiz.

Am Anfang steht eine Forschungsreise durch 500 Jahre Kostümgeschichte

September/Oktober 2016 – Begegnen, Orientieren und Ausprobieren (Outreach)
Das Projekt stellt sich vor: In unseren Schulen, bei den Integrationslotsen Jever aber vor allem bei der Aktionswoche im Schloss, die jeden Tag Neues bietet, lernen wir das Schlossmuseum und die Projektmitarbeiterinnen kennen. Das Museum wird von uns erkundet. Dazu wird auch schon mal tief in den Kostümschrank der Schlossnäherinnen gegriffen und die Geschichte von Maria von Jever wird uns von der museumspädagogischen Mitarbeiterin Karin Steiner in passendem Kostüm erzählt.

Entdeckungen im Museum, mit den Mitarbeiterinnen und auf eigene Faust.

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